Was ist Typ-2-Diabetes?

Typ-2-Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Im Gegensatz zu Typ-1-Diabetes, bei dem die Bauchspeicheldrüse kaum Insulin produziert, liegt beim Typ-2 meist eine Insulinresistenz vor: Die Körperzellen reagieren nicht mehr richtig auf das Insulin, das die Bauchspeicheldrüse ausschüttet. Mit der Zeit erschöpft sich die Insulinproduktion zunehmend.

Ursachen und Risikofaktoren

Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist über Jahre hinweg. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:

  • Übergewicht und Adipositas: Besonders Bauchfett beeinträchtigt die Insulinwirkung
  • Bewegungsmangel: Körperliche Aktivität verbessert die Insulinsensitivität der Muskeln
  • Ungesunde Ernährung: Hoher Konsum von Zucker, weißem Mehl und gesättigten Fetten
  • Genetische Veranlagung: Das Risiko steigt, wenn Eltern oder Geschwister betroffen sind
  • Alter: Das Erkrankungsrisiko nimmt ab dem 40. Lebensjahr zu
  • Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte

Typische Symptome

Typ-2-Diabetes entwickelt sich oft schleichend und bleibt jahrelang unbemerkt. Mögliche Anzeichen sind:

  • Starkes Durstgefühl und häufiges Wasserlassen
  • Anhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Schlecht heilende Wunden
  • Häufige Infektionen (z. B. Harnwegsinfekte, Pilzinfektionen)
  • Sehstörungen
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen und Füßen

Da viele Betroffene lange keine Symptome spüren, ist die regelmäßige Blutzuckerkontrolle beim Hausarzt besonders wichtig.

Diagnose

Die Diagnose wird durch Bluttests gestellt. Der wichtigste Wert ist der HbA1c – der Langzeitblutzucker, der den durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen zwei bis drei Monate widerspiegelt. Ein HbA1c-Wert von 6,5 % oder höher bei zwei unabhängigen Messungen weist auf Diabetes hin.

Behandlungsmöglichkeiten

Lebensstiländerung als Basis

Bei vielen Betroffenen – insbesondere in frühen Stadien – können Gewichtsreduktion, mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung den Blutzucker erheblich verbessern oder normalisieren. Das ist die wirksamste und nebenwirkungsärmste Therapie.

Medikamentöse Therapie

Wenn Lebensstiländerungen allein nicht ausreichen, kommen Medikamente zum Einsatz:

WirkstoffklasseBeispieleWirkmechanismus
BiguanideMetforminVerringert Zuckerproduktion in der Leber
SGLT-2-HemmerEmpagliflozin, DapagliflozinFördert Zuckerausscheidung über die Nieren
GLP-1-AgonistenSemaglutid, LiraglutidSteigert Insulinfreisetzung, mindert Appetit
InsulinVerschiedene TypenErsetzt oder ergänzt körpereigenes Insulin

Langzeitfolgen verhindern

Gut eingestellter Blutzucker schützt vor schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Niereninsuffizienz, Netzhautschäden und dem diabetischen Fuß. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sind daher unverzichtbar.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Eine individuelle ärztliche Beratung und Behandlung kann er nicht ersetzen.